Vögel im Kopf

Vögel im Kopf ist ein Buch mit Geschichten aus dem Leben von aktuellen und ehemaligen Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tübingen und anderswo, von Eltern, Geschwistern, Lehrern und Mitarbeitern. Vom Leben und Miterleben bei psychischen Erkrankungen. Von vielen Tiefen und einigen Höhen, von…..

…..aber lesen Sie selbst.

In unregelmäßiger Reihe werden hier Textausschnitte des Buches veröffentlicht.

Termine

Lesung am 26.02.2021 in der VHS Gomaringen

Lesung am 11.03.2021 in der Mediothek Pliezhausen (wird verlegt)

Lesung am 15.06.2021 in der VHS Calw

Lesung am 30.06.2021 im Kulturzentrum Kloster Herbrechtingen

Hier können Sie das Buch kaufen:

Der Blick zurück…

Ehemalige Patienten erinnern sich

Meine Angst trennt(e) mich vom Leben. Hielt mich von mir fern.
Wie alles begann, kann ich bis heute nicht sagen.
Ich bin nicht dazu imstande, hervorzuholen, was mein Verstand vor mir verbirgt;
jedoch habe ich gelernt, mit den Schatten, die meine Vergangenheit nach wie vor auf meine Angst legt, und mit der Unwissenheit zu leben.
Das Ergebnis ist die Angst. Mit dieser Angst umzugehen das Ziel.
Woher sie kommt – nicht (mehr) wichtig zu wissen.

Janine B.

Während ich aufwuchs, musste ich fast täglich mit ansehen, wie sich meine Eltern Dinge an den Kopf warfen, und ich meine das wortwörtlich. Teller, Vasen, Messer. Meine Mutter entkam nur knapp dem Tod, doch mein Vater musste sich nie vor der Polizei oder dem Gefängnis fürchten, denn wie gesagt: Wir durften nicht darüber sprechen. Das führt natürlich dazu, dass man alles mit sich selbst ausmachen muss, und andererseits schweißt es auch zusammen. Meine Mutter und ich stehen uns sehr, sehr nah.

Emmanuela L.

Ich habe mich sehr oft unverstanden gefühlt von meinem Umfeld und meiner Umgebung, wenn es um die Depressionen ging. Das machte mir ehrlich gesagt auch sehr zu schaffen und belastete mich auch sehr. Es ist schwierig, wenn jemand aus deiner Familie oder von deinen Freunden kommt und sagt: „Hä, warzum schaffst du es nicht, das und das zu machen?“ Dabei dachte ich mir dann immer: Am liebsten würde ich es ja schaffen, aber die Depressionen macht es mir leider nicht möglich.

Madison M.

Geschwister erzählen…

…von Schmerzen und Hoffnungen

Wir stritten viel während dieser Ferien und fortan jeden Tag: über Essen und wie viel davon, über dünne Arme, über exzessiven Sport. Am liebsten hätte ich meine Schwester geschüttelt. Sie daran erinnert, wie verächtlich wir immer über das Bestreben gelächelt hatten, einem albernen Schönheitsideal zu entsprechen. Ich nannte sie mädchenhaft, damals die schlimmste Beleidigung zwischen uns. Sie ignorierte es und aß wieder keinen Nachtisch. Ich schlug vor, sie könne nun bei Germanys Next Topmodel mitmachen und sie hörte gänzlich auf mit mir zu sprechen. Charlotte war nicht zu erreichen. Lediglich unsere Mutter gegenüber öffnete sie sich. Das tat sie flüsternd und hinter verschlossenen Türen, was zu neuen Konflikten führte. Die Familie spaltete sich langsam.

Kristina R.

Ich habe um dich geweint. So wie du um den Verlust deiner besten Freundin Ana weinst und trauerst, trauere ich um den Verlust meiner besten Freundin und Zwillingsschwester. Ich kann dich zur Zeit einfach nicht verstehen. Du bist nicht dieselbe. Die alte Maria ist nicht mehr richtig anwesend, wenn ich mit dir spreche. Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber ich bin wütend. Teilweise auch auf mich. Ich habe nichts getan, als es noch nicht zu spät war. Ich habe nichts getan und das belastet mich. Außerdem möchte ich dir helfen, weiß aber nicht wie.

Lisa W.

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Zum reinhören…

…und anschauen